Dr. med. Uwe Heldmaier 
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Sportmedizin und Chirotherapie
Karlstr. 6
72072 Tübingen
Tel. (07071) 33018
 

Was soll man kaufen?

Wählen Sie ein flaches, stabiles Bett. Kopf- und Fußenden lassen sich meist in der Höhe verstellen, die Luftzufuhr von unten sollte gewährleistet sein. Federkernmatratzen sind aufgrund ihrer Bauart nicht immer geeignet, den Verstellmöglichkeiten des Lattenrostes zu folgen.

Früher ging man davon aus, dass harte Matratzen am besten gegen Rückenbeschwerden vorbeugen. 


Die Auffassung: 

"Je härter, desto besser" ist überholt. 

Die Matratze sollte sich punktuell an die Wirbelsäule anpassen. Beim klassischen Federkern geschieht das flächig, die Latexmatratze gibt punktuell dem Druck nach, ebenso hochwertig verarbeiteter Schaumstoff.

Ein kaltes oder hartes Bett zwingt den Körper ständig zu Haltungswechseln.
Ein zu weiches Bett fixiert dagegen, weil für das Umdrehen zuviel Kraft verwendet werden muss

Allgemein gilt:
Große und schwere Menschen sollten sich auf eine härtere bis harte Matratze betten.
Die weichen Modelle sind eher was für zarter gebaute Menschen.

Je individueller Ihr Bettsystem an Ihren Körper angepasst wird um so besser ist der Abstützungs- und Erholungseffekt des Körpers in der Nacht
Beim Probeliegen erfahren Sie am besten die Liegeeigenschaften, da auch das subjektive Liegeverhalten eine entscheidende Rolle spielt


Die Matratzentypen


Taschenfederkern (Federkern de Luxe): Stahlfedern, die einzeln in ein Stoffsäckchen eingenäht und über diese Tasche mit den anderen Federn verbunden sind. Stärkere Isolation sorgt für mehr Bettwärme. Neigt mitunter zu stärkerem Nachschwingen, wobei der Schwingeffekt von vielen Benutzern auch als angenehm empfunden wird. Bei den anderen MAtratzentypen fehlt dieser Effekt. Eine Taschenfederkernmatratze überzeugt im Vergleich zur reinen Federkernmatratze durch einen wesentlich besseren Liegekomfort, dank einer großen Anzahl von einzelnen Federkernen (480 Stück), die in hochwertigen, luftigen Baumwolltaschen einzeln eingenäht sind. Durch die Verklammerung der einzelnen Federn wird eine gute Punktelastizität und Körperanpassung erreicht.
Für die Lebensdauer der Matratze ist es wichtig, dass ein hochwertiger Draht, mit einer überdurchschnittlichen Zugfestigkeit verwendet wurde, vor allem auch, wenn die Matratze auf verstellbaren Lattenrosten eingesetzt werden soll. Ein verstellbarer Lattenrost ist kein MUSS, wenn sich der Käufer für eine Taschenfederkernmatratze entscheidet, da dieser Matratzentyp nicht zwangsläufig eine derartige federnde Unterlage benötigt. Die Matratzenbezüge müssen in Ihrer Qualität dem hochwertigen Unterbau angepasst sein. 


Latex: braucht (im Gegensatz zur Taschenfederkernmatratze) eine federnde Unterlage. Durch die Biegsamkeit besonders für Lattenroste mit variablem Kopfteil geeignet. Meist aus synthetischem Latex (aus Erdöl), teilweise mit Naturlatexanteilen (aus Saft des Gummibaums) gefertigt. Manchmal als unerwartet fest empfunden. Allergische Reaktionen sind nur von Naturlatex bekannt. Wahre Latexmatratzen müssen auch nach Jahren ihren anfänglichen Nutzen noch gerecht werden, als da sind hohe dauerhafte Flexibilität und Punktelastizität. Dies wird erreicht durch eine ebenfalls hohes Raumgewicht im Zusammenwirken mit einer abgestimmten Stauchhärte, ausgefeilte Be- und Entlüftungssysteme sorgen für eine gute feuchtenregulierende Atmungsaktivität.
Mehrzonensysteme erhöhen den Anpassungskomfort, da diese sowohl eine Entlastung des Schulterbereichs, als auch eine Unterstützung im Beckenbereich gewährleisten.
Abnehmbare Bezüge erleichtern die Pflege und damit die Langlebigkeit des Produktes

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Schaumstoff: Synthetische Kunststoffe (heute ohne FCKW hergestellte Kaltschäume) sind Grundstoff dieser Matratzen. Braucht (im Gegensatz zur Taschenfederkern-matratze) federnde Unterlage und ist leicht biegbar (Eigenschaften siehe Latex). Zeigt in Wärmeisolation und Feuchtedurchgang heute keine Nachteile mehr. Die Matratzen mit einem Schaumkern von guten Herstellern haben mit denen der Vergangenheit z. B. schnelles Einliegen nichts mehr gemeinsam.
Schaummatratzen sind überwiegend FCKW-frei aufgeschäumt. Diese Matratzen bestehen zu einem sehr hohen Prozentsatz aus Luft und sind durch ihre vielen Luftkanäle sehr atmungsaktiv und regulieren in hohem Maße die Körperfeuchtigkeit. Durch das hohe Raumgewicht, -menge des Materials pro ccm, von mindestens 40 Gramm/ccm ist sowohl die erwartete Lebensdauer und die notwendige Körperunterstützung gewährleistet, mit dem großen Vorteil eines federleichten Gewichts im Vergleich zu den anderen Materialen.
In vielen Angeboten ist das Raumgewicht wesentlich höher, welches die Nutzungsqualität natürlich deutlich verbessert.
Schaumstoff ist außerdem staub- und bakterienfrei - also eine sehr gute Alternative für Allergiker.


Viskoelastischer Schaumstoff: wie z.B. „Tempur“ Matratzen bewirken eine gute Druckverteilung, allerdings ist damit ein Nachteil verbunden, nämlich, dass der Polyurethan-Schaumstoff durch seine Nachgiebigkeit relativ starre Liegemulden erzeugt, welche sich erst einige Sekunden nach der Entlastung zurückbilden, wodurch der Schlafende daran gehindert wird, sich genügend zu bewegen. Ein Maß dafür, ob die Bewegungsfreiheit behindert werden kann ist die Kontaktfläche des Körpers mit der Matratze. Ist sie groß, muss der Mensch einen größeren Widerstand überwinden, wenn er sich umdrehen will. Dies ist vor allem bei weichen Matratzen wie auch bei viskoelastischen Schaumstoffen der Fall. Verstärkt wird dieses Phänomen wenn schwere Personen sich für eine viskoelastische Schaumstoffmatratze entscheiden. Bewegung ist aber auch wichtig für die nächtliche Erholung von Wirbelsäule und Bandscheibe.

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 Federkern: Bewährter Matratzentyp mit Stahlfedern und zusätzlicher Polsterung. Oft billiger als andere Systeme. Braucht auch kein teures Unterbett — starrer Rost oder Holzfläche mit (etwa fünfmarkstückgroßen) Luftlöchern genügt. Geben eher großflächig als punktelastisch nach, was viele Schläfer bevorzugen. Das Nachschwingverhalten wurde wesentlich verbessert, reicht aber oft nicht ganz an die guten Werte anderer Matratzentypen heran. Bei dieser Warengruppe gibt es die gravierendsten Preisunterschiede. Als Kunde sollten Sie auf einige Faktoren achten, um einen reellen Preisvergleich durchführen zu können. Die Bonellfederkernmatratze sollte über 340 Federn, mit einer Drahtstärke von mindestens 1,5 mm Durchmesser verfügen. Der Federdraht sollte hochwertig vergütet sein, mit hoher Zugfestigkeit.



FAZIT: 

Ihr wahres Gesicht entpuppen Matratzen leider erst nach mehreren Jahren. Deshalb ist ihr Kauf so schwierig. Ob sie formbeständig und anpassungsfähig bleiben, kann nicht von außen beurteilt werden, und der Preis ist für die Qualität nicht entscheidend.

Das „richtige“ Liegen ist unter vielen Fachleute ein großer Zankapfel. Im Bett sollen Sie sich wohlfühlen, und das kann individuell ganz verschieden aussehen. Solange Sie keine Rückenbeschwerden haben, gibt es daher auch keine Schlafregel. Meist sind solche Regeln auch sinnlos. Wir können bestenfalls unsere Einschlafstellung trainieren. Während des Schlafens ändern wir aber unsere Stellungen viele Male, ohne es beeinflussen zu können. Diesen wichtigen Bewegungsraum sichern Sie sich am besten in einem großen Bett.

Der Lattenrost kann im Laden auf Ihre individuellen Körperbedürfnisse eingestellt werden, je nachdem, an welcher Stelle Ihre Wirbelsäule mehr Unterstützung braucht. Abgesehen vom Gestell müssen Sie für einen guten Lattenrost und eine gute Matratze mindestens je Euro 500,-- rechnen. Ein Matratzentest der "Stiftung Warentest" ergab: Die Liegeeigenschaften sind am Anfang bei teuren und preiswerten Angeboten gleich gut. Allerdings liegen sich die billigeren Matratzen schneller durch. Die Oberfläche von Wasserbetten gibt überall nach und ist abwaschbar, was besonders für Allergiker von Interesse ist. Doch auch hier entscheidet das persönliche Liegeempfinden. Wer viel Zeit im Bett zubringt, sollte über verstellbare Fuß- und Kopfteile nachdenken und über diese Eigenschaften verfügt das Wasserbett technisch bedingt nicht.
Es gibt trotz einer verschworenen Gruppe von Wasserbettanhänger keine Hinweise für eine objektive Überlegenheit von Wasserkammermatratzen, es kann passieren, dass der Körper an den schweren Stellen, nämlich in der Mitte des Bettes zu tief einsinkt. Darüber hinaus ist bei einem Wasserbettsystem zu berücksichtigen, dass es permanent geheizt und in regelmäßigen Abständen Wasser und Entkeimungsmittel nachgefüllt werden muss. Also insgesamt erwarten den Käufer von Wasserbetten somit laufende Folgekosten. Trotz diesen Umständen gibt es Patientinnen und Patienten, die angeben nie so gut und so schmerzfrei gelegen zu haben wie auf Wasserbetten.
Eine Matratze mit qualitativ hochwertigem Aufbau und hochwertigeren Materialien kann bis zu 27 kg wiegen. Bei leichteren Matratzen wird oft an der Materialmenge gespart, so Stiftung Warentest.

-Schaum- und Latexmatratzen benötigen einen flexiblen, der Matratze angepassten Lattenrost, als Unterbau. Latex und Schaumstoffmatratzen stellen sich als praktisch gleichwertig heraus (siehe auch Stiftung Warentest Urteile). 
- Federkernmatratzen oder noch besser Taschenfederkernmatratzen brauchen kein teures Unterbett
- Viskoelastische Schaumstoff-Matratze (z.B.Tempur) verteilen zwar schön den Druck, schränken aber die natürliche nächtliche Bewegungsfreiheit ein. Es wird diskutiert, daß Bewegungen im Schlaf wichtig sind, damit sich Wirbelsäule und Bandscheiben erholen können. Dieser Matratzentyp ist für allem für sehr schlanke Personen geeignet die wenig Körperpolster haben, weil die viskoelastischen Schaumstoffe hier ideal den Druckverteilen.

Natürlich besteht ein:  enger Zusammenhang zwischen Haltbarkeit und Körperunterstützung.

In den letzten Jahren gerieten gelegentlich die gängigen Federkernmatratzen in das Kreuzfeuer der Kritik.Umstritten sind die Eisenbestandteile (Metallspiralen), weil sie angeblich den Körper durch Strahlung negativ beeinflussen. Es gibt aber keinen eindeutigen Beweis für diese Theorie.

Wenn Sie sich für die pure Natur, ohne Metall und ohne Schaumstoff entscheiden, können Sie zwischen Baumwoll-, Kokosfaser-, Rosshaar- oder Strohkernmatratzen wählen.
„Alternative“ Matratzen sind meist hart, ihre körperunterstützen¬den Eigenschaften jedoch unterschiedlich. Vor allem Rosshaarmatratzen bilden im Dauergebrauch relativ schnell Kuhlen und Mulden. Die Anpassungsfähigkeit des Materials an den Körper geht damit verloren. Die Matratzen müssen häufig gewendet und schließlich ausgewechselt werden. Die dichtgepressten Füllungen in reinen Naturmatratzen können außerdem den Feuchtigkeitsdurchgang behindern. Der Schweiß wird von den Naturfasern zwar meist aufgenommen, aber nicht mehr weitergegeben. Bei Naturmatratzen muss man eher als bei anderen Materialien mit Schimmelbefall rechnen, vor allem bei mangelnder Belüftung von unten. Worin liegen die sonstigen Unterschiede? In Naturmatratzen fehlt jegliches Metall, ob das Metall nun negative Einflüsse auf den Körper hat oder nicht ist wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen worden. Ebenso sind Naturmatratzen oft frei von Synthetiks. Ein gewisses Allergie-Risiko besteht allerdings wie bei vielen Naturstoffen. Ebenfalls lösen Schimmelsporen überdurchschnittlich Allergien aus


Die Milbenbelastung: 


Milben ernähren sich von den Hautschuppen des Menschen und kommen daher in jedem Haushalt vor. Empfindlich reagiert der Mensch auf ihren Kot, er enthält Allergie auslösende Eiweißpartikel. Milben und Milbenkot sammeln sich daher dort, wo viele Hautschuppen vorhanden sind – vorzugsweise im Bett und auf dem Sofa.
Besonders wohl fühlen sich Milben bei Wärme und Feuchtigkeit, daher ist regelmäßiges auslüften wichtig. Aus diesem Grund muss die Luftzufuhr von unten gewährleistet sein, ggf. können zusätzlich milbendichte und waschbare Matratzenbezüge (Encasings) verwendet werden. Hierbei handelt es sich um dicht gewebte Textilbezüge, welche je nach Qualität guten Schutz vor Milbenallergenen gewährleisten. außerdem sollte die Matratze 4 mal im Jahr gewendet werden mit dem Ziel einer gleichmäßigeren Abnutzung



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