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Botulinum-Toxin:
Neues Behandlungskonzept gegen verspannungsbedingte Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen
Muskelverspannungen sind die häufigste Ursache für Rückenschmerzen und sie gehören zu den hartnäckigsten Beschwerden.
Im günstigeren Falle liegen noch keine Verschleißerscheinungen von Wirbelgelenken und Bandscheiben vor, sondern lediglich lästige Muskelverspannungen z. B. verursacht durch Überlastung, langes Sitzen vor dem PC oder im Auto, schlechte Arbeitshaltung, eine schlechte Matratze, falsche Körperhaltung sowie Stress-Situationen. Jeder kennt das Problem, wie es sich anfühlt wenn Muskeln weh tun:
ein plötzlicher Krampf im Fuß, in der Wade oder ein Schreibkrampf in der Hand - starke Muskelverspannungen können besonders schmerzhaft sein. Viele Menschen leiden aber auch unter lang andauernden Muskelverspannungen im Rücken oder in der Nackengegend - das führt oft zu quälenden Rückenschmerzen, die jedoch nichts mit der Wirbelsäule oder den Bandscheiben zu tun haben.
Führt ein Behandlungsprogramm mit Krankengymnastik, Massagen sowie mit muskelentspannenden und entzündungshemmenden Medikamente nicht zum Erfolg oder werden diese Medikamente nicht vertragen, weil sie unter Umständen unangenehme Nebenwirkungen wie beispielsweise Müdigkeit und Magenschleimhautentzündungen hervorrufen können gibt es hierfür eine neue und nebenwirkungsarme Behandlungsmethode, die in den USA schon seit längerer Zeit erfolgreich eingesetzt wird:
Eine Spritze mit dem Wirkstoff Botulimum-Toxin. Es werden kleinste Mengen dieser Substanz direkt in den verspannten Muskel injiziert. Um den Einstichschmerz zu nehmen werden dazu extrem dünne Kanülen benutzt, wie sie normalerweise von Diabetikern für Insulininjektionen verwendet werden.
Botulinum-Toxin ist eigentlich ein Gift, das von bestimmten Bakterien gebildet wird. In geringer Dosierung unterbricht es die Übertragung der Impulse von den Nervenfasern auf die Muskeln. Die Muskeln entspannen sich, weil sie von den Nerven keinen Befehl mehr erhalten sich zusammenzuziehen. Durch diese leichte Lähmung wird der Muskel geschwächt und ruhig gestellt. Beste Voraussetzung dafür, dass der spannungsbedingte Rückenschmerz verschwindet. Der Teufelskreis von Muskelverspannungen und Schmerzen wird unterbrochen, da der Muskel eben für die Dauer von 3-6 Monate ruhiggestellt wird und sich dadurch erholen kann. Die Wirkung von Botulinumtoxin auf Schmerzen lässt sich jedoch nicht nur durch diesen Mechanismus allein erklären. Die durch die dauernde Anspannung irritierten Schmerznerven eines verspannten Muskels werden unmittelbar entlastet und der Muskel kann wieder normal durchblutet werden. Schmerzvermittelnde Botenstoffe können dadurch wieder abtransportiert werden.
Eine spürbare Wirkung tritt nicht sofort, sondern erst nach fünf bis sieben Tagen ein. Nach zwei Wochen ist der maximale Effekt erreicht. Er hält für etwa drei bis sechs Monate an.
Dann kann die Behandlung wiederholt werden. Nach weiteren Injektionen wirkt dass Botulinum-Toxin sogar bis zu einem Jahr.
Vor der Therapie kommt jedoch erst eine exakte Diagnose. Schließlich muss der Arzt wissen, ob die Rückenschmerzen tatsächlich durch Verspannungen ausgelöst werden. Deshalb sollte eine eingehende orthopädische Untersuchung erfolgen um andere Ursachen wie Verschleißveränderungen, Bandscheibenvorfälle oder sogar bösartige Wirbelsäulenveränderungen auszuschleißen
Mit Hilfe eines Elektromyogramms (EMG) kann der Arzt auch eine normale Muskelanspannung von einer krankhaften unterscheiden.
Der Einsatz von Botulinum-Toxin gegen Rückenschmerzen ist noch ganz neu. Deshalb sind Botulinum-Toxin-Injektionen noch nicht offiziell für dieses Krankheitsbild zugelassen.
ABER: Keineswegs neu und seit vielen Jahren längst zugelassen ist Botulinum-Toxin jedoch bei anderen Krankheiten: Gegen Schielen, Verkrampfungen der Augenlieder und bei Schiefhals haben sich die Injektionen bereits bewährt. Sie sind allgemein gut verträglich und effektiv. Viele Frauen lassen sich übrigens mit Botulinum-Toxin von Schönheitschirurgen auch gegen Falten im Gesicht spritzen. Auch hierfür liegt natürlich keine offizielle Zulassung vor, deshalb müssen die Patienten in diesen Fällen dafür eine Einverständniserklärung unterschreiben.
Neurologen setzen das Mittel seit kurzem erfolgreich gegen Spannungskopfschmerz und Migräne ein.
Die Krankenkassen übernehmen manchmal die Kosten der Behandlung auf Antrag.
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